Bewältigung von Trauer und Verlust

Trauer und Verlust kann sich auf verschiedene Dinge beziehen. Der Tod einer nahe stehenden Person kann ebenso Thema sein, wie der Verlust körperlicher Unversehrtheit oder wichtigen Lebenshinhalten (Freiheit, Liebe, Gesundheit, Status, Macht …). Dabei ist nicht das Ereignis an sich belastend, sondern die emotionale Reaktion.

Meine Aufgabe als Coach sehe ich darin, den Klienten dabei zu unterstützen, das Verlorene zu würdigen, angemessen zu betrauern und so zu bewältigen, dass ein friedliches und ruhiges Leben möglich wird. Grundsätzlich geht es darum, eine Begegnung und Begleitung mit dem Verstorbenen/zu Betrauernden zu ermöglichen, die einem gut tut.

Nachfolgend finden sich einige Ausführungen. (Modifiziert nach Ortwin Meiss, MEG-Hamburg)

Positive Veränderung der Erinnerung

Wie ein Verstorbener erinnert wird, kann von entscheidender Bedeutung für die Verarbeitung des Verlustereignisses sein, z.B. bei schwer erkrankten Personen. Wir sehen dann immer wieder die traurig machenden Bilder vor uns. Ziel ist es, das letzte Bild des Toten langsam verblassen zu lassen und durch andere schöne Erinnerungen und Bilder zu ersetzen.

 

Schuldgefühle

Viele Menschen leiden nach dem Tod einer nahe stehenden Person unter Schuldgefühlen. („Zum Zeitpunkt des Todes war ich im Urlaub …“, „Ich hätte ihm/Ihr gerne noch so viel gesagt…“, „Ich hätte mich mehr kümmern sollen …“ etc.)

Manchmal werden Personen aufgrund von Schuldgefühlen oder dem Gefühl der Verantwortlichkeit daran gehindert, das eigene Leben (wieder) zu genießen und fröhlich zu sein. Ziel der Arbeit in diesem Kontext ist es, die Schuldfrage aufzulösen.

 

Verstorbene Person als Ressource

Verstorbene Personen leben in unseren Erinnerungen weiter. Wir denken an sie in bestimmten Situationen und manchmal erscheinen sie uns in unseren Träumen.

Aber: Gedanken an den Verstorbenen aktivieren auch immer wieder den Schmerz des Verlustes. Manche Betroffene haben das Gefühl, weiter mit dem Verstorbenen in Kontakt zu sein und fühlen sich dadurch innerlich begleitet. Sie empfinden Gedanken an den Verstorbenen als stützend. Insbesondere Bezugspersonen, die uns mochten und für uns da waren, eignen sich sehr gut als innerer Ratgeber und Unterstützer.

In Trance kann ein innerer Dialog mit dem Verstorbenen hergestellt und diesen zur Ressource für uns werden lassen. Dies hat unter anderem eine sehr heilsame Wirkung.

 

Sterbebegleitung

Nicht der Tod ängstigt uns, sondern das, was wir uns unter dem Tod vorstellen.

Metaphern vermindern die Angst und wirken beruhigend, reduzieren Schmerzen. Sie entwickeln ihre Effektivität durch positive Bilder des Abschiednehmens und die Vorstellung eines Übergangs in eine neue unbekannte Welt, in der neues Leben entsteht.

Sterbende haben oft dann große Schwierigkeiten vom Leben Abschied  zu nehmen, wenn für sie bedeutsame Lebensträume nicht verwirklicht werden konnten. Ein Leben, in dem man sich vieles versagt hat und Wesentliches ungelebt geblieben ist, geht schmerzvoller zu Ende als ein erfülltes. Ein Angebot an den Sterbenden kann sein, Ungelebtes in der Vorstellung nachzuholen.

 

Trauernde Kinder

Für Kinder ist ein Verlust leichter zu akzeptieren, wenn sie für die geliebte Person einen neuen Platz gefunden haben, wo man sie sehen und sich vorstellen kann, Kontakt aufzunehmen. Die Vorstellung, von dem Verstorbenen, wie von einem guten Engel begleitet zu werden, gibt dem Kind Sicherheit. Über die Arbeit mit Metaphern und Geschichten hat das Kind die indirekte Möglichkeit, dies auf den eigenen Verlust zu übertragen.

 

Erkrankung

Eine nahe stehende Person ist schwer erkrankt und nicht direkt ansprechbar. Auch die Persönlichkeit kann sich in diesem Fall sehr verändern. Wie geht man nun mit der erkrankten Person um? Dazu können wir uns die gesunde Person vorstellen und als Ratgeber für die Erkrankte nutzen.

 

Phantomschmerz

Wenn jemand im Zuge eines Unfalls eine Gliedmaße verliert, so brennt sich das letzte Bild (z.B. eingeklemmter Arm etc.) ein, da dieses intensive Informationen beinhaltet und als ‚das ist wichtig‘ im Hirn abgespeichert wird.

Positive Erinnerungen werden aktiviert (so, wie es vorher war) und die negativen ‚überschrieben‘, der Phantomschmerz bewältigt.